Natürlich wollen Sie ein iPhone!

July 25th, 2010

Aus Gründen, die ich der Welt gegenüber mehrmals täglich darlegen muss habe ich beschlossen, mich von meinem iPhone zu trennen. Der erste Schritt: T-Mobile-Vertrag kündigen.
Klar, dass die Telekom als kundenorientiertes Unternehmen so etwas nicht auf sich sitzen lassen kann und sich nach Versenden der Kündigungsbestätigung erst einmal freundlich telefonisch erkundigt, wie es denn so weit kommen konnte. Der Dame am Telefon erkläre ich, dass ich die Vertragsstruktur von T-Mobile für deutlich zu unflexibel halte. “Aber durch unsere Veträge ist gewährleistet, dass wir ihnen ein gutes Telefon zum Vertrag anbieten können. Ooooder wollen sie etwa, sagen wir einmal, 300 EUR !!! für ein Telefon bezahlen?”

Lustig, einen Tag vorher ist mein SIM-Lock-freier Palm Pre Plus angekommen, was ich der guten Frau natürlich nicht verschweige. Damit ist das Telefonat auch direkt beendet. Puh! Das war ja leicht.

Nein, soo leicht gibt die Telekom nicht auf: einige Tage später klingelt wieder das Telefon. Am anderen Ende ist ein smarter Typ der mir darlegt, dass ein Verzicht auf T-Mobile auch unweigerlich den Verzicht auf das heiligste aller Telefone, das “iPhone 4G, dass ja bald herauskommt” bedeute. Mir ist das durchaus bewusst. Macht aber nix, denn ich habe ja schon ein besseres (Entschuldigung, “anderes”) Telefon.

Die Telekom muss erst mal wieder ein paar Tage nachdenken. Das Ergebnis wird mir dann wieder telefonisch mitgeteilt: wenn ich schon kein iPhone haben will (also, wirklich, wirklich, wirklich nicht), dann könne man mir ja einfach einen Preisnachlass auf die monatlich anfallenden Mobilfunkgebühren geben. Klingt eigentlich gut, aber leider ist man nicht in der Lage, mir den streng geheimen, wahrscheinlich in einem unterirdischen Labor entwickelten Preisvorteil schriftlich zukommen zu lassen. Sorry, liebe Telekom, schon wieder Pech gehabt. Ich habe leider vergessen, dieses Gespräch aufzuzeichnen und revisionssicher zu archivieren. Deshalb ist mir diese Nummer ein bisschen zu heiss.

Mit meiner renitenten Haltung gegenüber dem T-Mobile, dem iPhone und Steve Jobs habe ich mich nun endlich für Level 2 der fernmündlichen Bekehrungsversuche qualifiziert: tumber Telefonterror. Ab sofort erhalte ich in unregelmäßigen Abständen Anrufe von der Nummer +49 800 3302202. Das Telefon klingelt immer nur ein- bis höchstens anderthalb mal. Da ich nicht jünger werde, ist das zu schnell für mich, um rechtzeitig ans Telefon gehen zu können. Allerdings stelle ich bald fest, dass immer mehrmals an einem Tag angerufen wird. Deshalb verharre ich in nach einem dieser Anrufversuche regungslos aber voll konzentriert in Gesprächsannahmehaltung neben meinem Telefon, um innerhalb von einer halben Sekunde jedes Gespräch entgegennehmen zu können.

Es klappt! Am anderen Ende sind aber nur Klappergeräusche und leises Stimmengewirr zu vernehmen. Nach dreimaligem “Hallo”-Rufen lege ich, enttäuscht wegen des mir entgangenen Verbalgefechts, auf.
Die Anrufe ziehen sich noch eine Weile hin und in verschiedenen Foren finde ich derweil bestätigt, dass ich nicht das einzige Opfer dieses Telefonterrors dieser ausgeklügelten Marketingstrategie bin. Der neugierige Leser sollte einfach mal die Telefonnummer in das Suchfeld seines Browsers eingeben, um Zutritt zu einer ganz eigenen Welt der Unterhaltung und Schadenfreude zu erhalten.

Letztendlich ist mein Vertrag mit dem magentafarbenen Riesen offiziell ausgelaufen und seitdem ist Ruhe im Karton. Herrlich!

Dann ist es also an der Zeit, dass ich einmal bei euch anrufe! Natürlich möchte ich mein iPhone jetzt ganz schnell entsperren lassen. Ich rufe deshalb am 22. 7. um 9:14 Uhr bei der Hotline an. Nachdem ich dem superklasse ganz beliebten Sprachcomputer nach nur vier Versuchen mein Anliegen mitgeteilt habe (zwei mal lande ich dabei im Menü “Informationen über das iPhone”) erzählt mir das Ding, dass ich dringend aus Sicherheitsgründen meine Kundennummer, Kartennummer, Kontonummer, Blutgruppe, …. zur Authentifizierung bereithalten müsse. Blöd, ich sitze ja gerade bei meinem Arbeitgeber und habe meinen Authentifizierungsunterlagen-Reisekoffer vergessen.

Macht ja nix: um 19:00 am gleichen Tag bin ich zuhause, habe meinen Authentifizierungsunterlagen-Reisekoffer durchwühlt und versuche es noch einmal. Tatsächlich bin ich schon nach etwas Sprachcomputer-Spaß und drei Minuten Warteschleife mit einem echten Menschen verbunden. Ich trage freudig mein Anliegen vor, nur um zu erfahren: “der, der das bei uns macht ist schon sei anderthalb Stunden zuhause”. Der Unterton sagt ganz klar: “Mann, du grenzdebiler Volldepp, das wusstest du doch!”

Ok, ich gebe nicht auf: am nächsten Tag reise ich mit einer Auswahl von Dokumenten aus meinem Authentifizierungsunterlagen-Reisekoffer zur Arbeit an und versuche es um 10:00 noch einmal: Sprachcomputer, mit Papier geknistert, noch einmal Sprachcomputer, Warteschleife, 10 Minuten Warteschleife, raus! Die haben mich einfach aus der Warteschleife geworfen!

Da ich auffe Arbeit bin, muss ich mich dringend ein Stündchen mit Arbeit beschäftigen. Dann der nächste Versuch: es klappt! Ich rede mit einem Typen, der die IMEI aufnimmt, mir total beschwingt erklärt, wie der Entsperrvorgang so abläuft und wie toll das Leben mit einem befreiten iPhone sein wird und mir auf Nachfrage sogar noch einmal die IMEI vorliest (zur Sicherheit). Nur die Unterlagen aus meinem Authentifizierungsunterlagen-Reisekoffer, die habe ich dann doch nicht benötigt.

Aber das ist mir inzwischen egal. Ich blicke in eine rosige (nicht magentige!) Zukunft, in der ich mit dem Telefon meiner Wahl und mit Leuten meiner Wahl telefoniere, die Blumen blühen und alle Menschen sich lieb haben. Ich bin der Sekte entkommen! Möge Gott mir noch viele Jahre schenken und dafür sorgen, dass ich nie von geheimen Rachekommandos der Telekom oder gar der dunklen Apple-Armee erwischt werde.

Mit freundlichen Grüßen

Der Mensch, der Michael Saure hieß

Große (riesige!) ResultSets und MySQL

February 23rd, 2010

Wer mit Java, MySQL und Wikipedia spielt (oder mit Java, MySQL und richtig vielen Datensätzen) der wird möglicher Weise feststellen, dass der MySQL-JDBC-Treiber sich gerne auch mal wegen Speichermangels sehr unelegant verabschiedet. Dieses Problem tritt insbesondere bei Aufrufen von Statement.executeQuery(...) auf, hier dann auch vor dem Zugriff auf die erste Zeile der Ergebnismenge.

Unter http://benjchristensen.com/2008/05/27/mysql-jdbc-memory-usage-on-large-resultset/ wird eine einfache Lösung angeboten, die im Wesentlichen zu folgender Codezeile kondensiert:

stmt.setFetchSize(Integer.MIN_VALUE);

Jetzt klappt’s auch wieder mit Wikipedia.

Wordpress rules!

February 15th, 2010

Wow! Nachdem ich für meine Homepage Wordpress als neue Motorisierung ausgewählt habe ist es mir gelungen, innerhalb von vier Stunden Wordpress zu installieren, ein eigenes Theme zu bauen und einen ersten Artikel online zu stellen.
Mein großes Lob an die Entwickler!
Jetzt heißt es, viel Content aus der alten Seite herüberzuschubsen und verschiedene Ecken und Enden des Templates glatt zu schleifen. Mal schauen, ob sich die Arbeit an den Details ebenso einfach gestaltet.

Wikipedia-Dumps parsen

February 15th, 2010

Die in einem XML-Format zur Verfügung gestellten Dumps der Wikipedia stellen einen hervorragenden Korpus für die Verarbeitung natürlicher Sprache dar. Allerdings kann sich die schiere Datenmenge bei der Verarbeitung als Problem herausstellen. Read the rest of this entry »